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Mit Hingabe und Energie

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Die Jungen Sinfoniker geben hervorragendes Konzert

Detmold. Mit einem Programm, das vor Lebensfreude nur so sprühte, beeindruckten die Jungen Sinfoniker die Zuhörerschaft im Konzerthaus der Hochschule für Musik. Was für eine Spielfreude.

Der Abend hatte Power. Die Jungen Sinfoniker (ein 1973 gegründetes regionales Jugendorchester, in dem begabte Musiker im Alter von 13 bis 23 Jahren aus ganz OWL zusammenkommen) steckten mit ihrer Energie und ihrem Eifer auf Anhieb an. Das Programm war dynamisch, abenteuerlich und wie geschaffen für diese Formation. Zum Beispiel die Sinfonie Nr. 2 „The Big Apple“ von Johann de Meij, die auch „The New York Symphony“ genannt wird, weil sie eine Ode an die Stadt ist. In dieser ausgeklügelten sehr hörenswerten Komposition sieht man die „Skyline“ New Yorks, nimmt sowohl Chaos wahr als auch Charme, sieht die blinkenden Neonlichter und spürt dien Beat der verrückten Weltstadt. Dirigent Thomas Clamor hatte an dem erfolgreichen Auftritt einen entscheidenden Anteil: Tatkräftig, energiegeladen und volle Freude spornte er die Musiker an. Die Chemie zwischen Dirigent und Orchester stimmte – das war zu hören. Rhythmen feierten die Großstadt mit all ihren pompösen, geheimnisvollen, schrillen Reizen. Die Farben der Töne malten eine belebende Attraktion, selbst das Wirrwarr wurde sympathisch inszeniert.

Stimmig und facettenreich: die Carmen-Suite

Nicht nur hier passte das Timing. Auch die beiden Carmen-Suiten von Georges Bizet, aus denen Clamor eine eigene Folge zusammengestellt hatte, waren stimmig und facetenreich: Schmissige Trompetendialoge wechselten mit ruhiger Harfen-Begleitung und verspielten Klängen. Immer wieder bahnte sich Expressives an, den Sinfonikern gelang es, eine fesselnde Dramaturgie zu entwickeln.

Großes Talent: Der junge Solist Hyun-Jin Kim beeindruckte mit seinem Violinspiel. FOTO: DICKNach einem eher flüchten Titel von Maurice Ravel, „aus einem Spieltrieb des Geistes heraus“ erfunden, trat Hyun-Jin Kim (1994 in Müster geboren) ins Scheinwerferlicht und beeindruckte mit seinem virtuosen Geigensolo in der „Carmen-Fantasie“ für Violine und Orchester op. 25 von Pablo de Sarasate. Ein großartiges Stück Musik, anmutig und ausdrucksvoll.

Der junge Violinist, der seit 2005 Jungstudent bei Eckard Fischer in Detmold ist, nutzte jede Minute jener Ausdrucksstärke. Selbst ein gelöstes Bogenhaar überspielte das Geigentalent souverän.

Zurück zum Orchester und einer unverwechselbaren Zugabe: Zum expressiven „Mambo“ aus der West Side Story tanzten die Jungen Sinfoniker mit ihren Instrumenten. Was für eine Spielfreude. (cd)

© 2010 Lippische Landes-Zeitung
Montag 01. März 2010